Windows 10: Neuinstallation, Serielle Schnittstelle und Datensammelwut

Nach ersten Tests innerhalb einer virtuellen Umgebung habe aktuell mein Produktiv-System, ursprünglich Windows 8.1 Professional, auf Windows 10 Professional aktualisiert.

1. Neuinstallation ohne Upgrade

Dabei habe ich allerdings bewusst auf eine Upgrade-Installation verzichtet und eine grundlegende Neuinstallation durchgeführt.
Dazu habe ich zunächst mit dem Microsoft Media Creation Tool (Link) das USB-Installationsmedium heruntergeladen und auf meinen USB-Stick übertragen.

Anschließend habe ich mit dem Tool „GatherOsState.exe“ (Erfasse Betriebssystem Status), welches sich im Ordner „\Sources“ auf dem Installationsmedium befindet, die aktuellen Lizenzdaten erfasst.  Das Tool erzeugt nach Aufruf auf einem erfolgreich aktiviertem Windows 7 oder Windows 8.x – Rechner die Datei „GenuineTicket.xml“ welche Angaben zur aktuellen Lizenzierung und Updateberechtigung auf Windows 10 enthält. Dazu muss die „GatherOsState.exe“ im Ausführungspfad schreibrechte besitzen. Wird bspw. von DVD installiert, muss die „GatherOsState.exe“ vor Ausführung von der DVD in ein Verzeichnis mit Schreibzugriff kopiert werden. Die erzeugte Datei benötigt man später für die Produktaktivierung. Deshalb muss diese anschließend auf einen Datenträger für die spätere Verwendung gesichert werden.

Mit meinem zuvor erstellten bootfähigen USB-Stick habe ich anschließend eine komplette Neuinstallation durchgeführt. Die Aufforderung zur Eingabe des Lizenzschlüssels während der Installation habe ich stets übersprungen. Ebenso war die Durchführung sämtlicher Updates und Treiberaktualisierung auch ohne Produktaktivierung problemlos möglich.

Nachdem die Neuinstallation von Microsoft Windows 10 komplett abgeschlossen war, habe ich die vorhin erstellte Datei „GenuineTicket.xml“ in das versteckte Verzeichnis „C:\ProgramData\Microsoft\Windows\ClipSVC\GenuineTicket“ kopiert.

Nach einem abschließenden Neustart des Systems zeigte sich Windows 10 als erfolgreich aktiviert.

Eine ausführliche Beschreibung mit Screenshots gibt es auch hier:

  • Heise Online News KW36/2015: Windows 10 Neuinstallation ohne vorheriges Upgrade (Link)

2. Serielle Schnittstelle

Etwas problematischer zeichnete sich die weitere Nutzung meiner seriellen Schnittstellen ab, die ich insbesondere für die Programmierung von Mikrocontrollern, Terminalkommunikation, u.ä. weiterhin benötige.

Bislang habe ich dafür eine 2-fach-serielle Schnittstellenkarte mit dem Chipsatz „Oxford – OXPCIe952“ eingesetzt, die sowohl unter Windows 7 Pro (64bit) und Windows 8.1 Pro (64bit) gute Dienste leistete. Unter Windows 10 Pro (64bit) sind für diesen Chipsatz leider keine Treiber verfügbar.

Ebenso wenig war mein vorhandener USB-Seriell-Adapter mit „Prolific PL-2303“-Cipsatz unter Windows 10 zum laufen zu bringen. Die nachfolgenden Kürzel der Chipsatz-Nr. kann ich ohne den verschweißten Adapter gewaltsam zu öffnen nicht näher bestimmen. Ich vermute aber, dass es sich dabei um einen „PL2303HXA“ oder „PL2303X“ handeln muss, da die anderen Chipsätze zumindest nach Auskunft der Prolific Internetseiten auch unter Windows 10 unterstützt werden. (Link)

Mittlerweile habe ich mir die „DeLOCK PCI Express Card > 4 x Serial, 1 x Parallel (89177)“ besorgt, eingebaut und erfolgreich getestet. Treiber für Windows 10 werden zwar weder mitgliefert noch befinden diese sich auf der Download-Seite des Herstellers, jedoch konnte Windows 10 die Treiber problemlos automatisch finden und installieren. Der verwendete Chipsatz: „Moschip MCS9922“. (Link)

3. Datensammelwut beherrschen

Um die „Datensammelwut“ von Windows 10 zumindest ein wenig zu beherrschen, waren mir für meine Einstellungen unter anderem folgende Internet-Veröffentlichungen nützlich:

  • Heise Online News KW32/2015: Windows 10: Datensammelwut beherrschen (Link)
  • ADMINISTRATOR: Powershell-Script des Nutzers „Colinardo“ (Link)

4. Fazit

Nachdem ich nun sämtliche Software, Office 365 (2016), Entwicklungswerkzeuge wie bspw. Atmel Studio 4 und 7, Visual Studio Express, Android-Studio und diverse andere Anwendungen installiert und getestet habe läuft Windows 10 bislang zuverlässig und schnell.

In wie fern sich die gegebenenfalls noch vorhandenen und nicht abschaltbaren Datensammlungen von Microsoft und auch anderen Datensammler (Bspw. Google, u.ä.) künftig negativ auswirken sollten, ist abzuwarten. Ganz zu Verhindern wird dies meiner Auffassung allerdings wohl nicht – bzw. nur ohne Internetverbindung – sein.